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Nach Atombeschluss: Stopp des Baus von Kohlekaftwerken gefordert Drucken E-Mail
Dienstag, 07. September 2010 um 20:33


Saarbrücker Zeitung vom 6.9.2010

DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert fordert nach Atombeschluss Stopp des Baus von Kohlekraftwerken

Die DIW-Expertin Claudia Kemfert hat den Atomkompromiss der Bundesregierung zurückhaltend beurteilt. Entscheidend sei nun, ob der Anteil des Kohlestroms in den nächsten zehn Jahren deutlich vermindert werde. "Teil des Energiekonzeptes muss es sein, dass der Neubau von Kohlekraftwerken nicht mehr genehmigt wird. Sonst ist das Ziel, bis 2050 rund 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, bei gleichzeitiger Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke nicht zu erreichen", sagte die Leiterin der DIW-Abteilung Energie der Saarbrücker Zeitung.

Dass die Atomkonzerne insgesamt rund 30 Milliarden Euro ihrer Zusatzgewinne abführen sollen, ist nach Auffassung von Kemfert "angemessen". Sie rechne damit, dass die Laufzeitverlängerung den Stromerzeugern insgesamt rund 60 Milliarden Euro bringe. Wichtig sei, dass aus dem vorgesehenen Fonds der Ausbau der Infrastruktur für die erneuerbaren Energien bezahlt werde. "Hier gibt es einen großen Investitionsstau".


Laut Kemfert können die Endverbraucher wegen der Laufzeitverlängerung nicht mit sinkenden Strompreisen rechnen. Schon bisher hätten die Oligopole billigen Atomstrom produziert und die Gewinnmargen nicht an die Verbraucher weitergegeben. Zudem rechne sie wegen der anziehenden Konjunktur und der Investitionen in den Umbau der Stromversorgung mit steigenden Preisen. "Das wird man sich bei den Endkunden wiederholen", sagte Kemfert.

 
Energieziel 2050: 100% Strom aus erneuerbaren Quellen Drucken E-Mail
Montag, 09. August 2010 um 21:01

Anfang Juli hat auch das Umweltbundesamt (UBA) eine Studie unter dem Titel "Energieziel 2050: 100% Strom aus erneuerbaren Quellen" veröffentlicht, wonach die vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 technisch (und ökologisch vertretbar) möglich ist. Analysiert wurden darin neben der stundenweisen Simulation die Last- und Erzeugungsgradienten, die Flexibilität von Reservekraftwerken und der Elektrolyse sowie Regelleistungsbedarf und -bereitstellung. Pumpspeicherwerke, GuD-Kraftwerke auf Basis von eE-Wasserstoff und eE-Methan, mit Biogas betriebene Gasturbinen, Elektrolyseanlagen zur Wasserstofferzeugung und regelbare Lasten können jederzeit die Fluktuationen der Erneuerbaren und der Last ausgleichen sowie ausreichend Regelleistung bereitstellen.

Voraussetzung sei aber ein erheblicher Ausbau der Reservekapazitäten und eine völlig neue Infrastruktur zur Stromspeicherung, so das Fazit der Studie, die vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt wurde.
 
Die Studie findet sich auf den Internetseiten des UBA unter: http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3997.pdf

Sehr interessant sind etwa die Handlungsempfehlungen. Danach ergeben sich für die 100%ige Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien bis 2050 bereits heute Anforderungen an den konventionellen Kraftwerkspark. Diese sind lt UBA (siehe S. 183ff.):

  • Kein weiterer Neubau von Kohlekraftwerken
  • Hochflexible Gaskraftwerke für den Übergangszeitraum
  • Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung
  • Keine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke

 
Deutschland kann bald Strombedarf komplett decken Drucken E-Mail
Montag, 09. August 2010 um 20:50

Hamburger Abendblatt vom 7. August 2010
Von Olaf Preuss

Auf unangenehme Weise erinnert dieser Sommer daran, dass Benzin nicht von der Tankstelle kommt und Strom nicht aus der Steckdose. Im Golf von Mexiko verursachte der Energiekonzern BP die bislang größte Ölpest. In Russland drohen gigantische Waldbrände auch Gebiete zu erreichen, die 1986 durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl verseucht worden waren. Flammen und Asche könnten den verseuchten Boden in die Luft tragen und eine neue radioaktive Wolke verursachen, fürchten Experten.

Großkatastrophen, aber auch der fortschreitende Klimawandel gemahnen daran, dass eine wachsende Weltbevölkerung eine andere Art der Energieversorgung braucht - weniger klimarelevant und weniger umweltschädlich.

Aktualisiert ( Mittwoch, 11. August 2010 um 20:49 )
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